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Derzeit leidet etwa jedes zehnte Kind in Deutschland an einem Asthma bronchiale. Damit ist das Asthma neben der Neurodermitis die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, Tendenz steigend. Es handelt sich hierbei um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Bronchialschleimhaut mit episodisch auftretendem Husten und typisch pfeifender Atmung bis hin zu akuten Luftnotzuständen. Den Ursachen und Auslösern der Erkrankung auf die Spur zu kommen, ist zwingende Voraussetzung für eine gezielte und erfolgreiche Therapie. In der ambulanten Behandlung ist dies oft nur schwer umzusetzen. Oftmals bringt erst ein stationärer Aufenthalt einen lang anhaltenden Therapieerfolg.
Etwa ein Drittel der kindlichen Asthmatiker erkrankt bereits im 1. Lebensjahr mit dem Auftreten rezidivierender obstruktiver Bronchitiden. Die Hälfte aller Asthmatiker haben Symptome vor dem 3. Lebensjahr, 80 Prozent vor dem 6. Lebensjahr. Sehr früh an einer Neurodermitis erkrankte Kinder entwickeln im späten Kleinkind- oder Schulalter häufig, einhergehend mit einem Verschwinden oder zumindest einer Reduktion der Hautsymptome, ein Asthma bronchiale.
Genetische Disposition oder äußere Einflüsse?
Voraussetzung zur Entwicklung eines Asthma bronchiale ist in den meisten Fällen das Bestehen einer bronchialen Hyperreagibilität (Überempfindlichkeit). Diese kann genetisch bedingt sein oder auch durch äußere Einflüsse wie zum Beispiel Virusinfektionen erworben werden. Auf dem Boden einer solchen überempfindlichen Bronchialschleimhaut entsteht durch bestimmte Auslöser eine meist chronische entzündliche Reaktion, die zu einer Schwellung der Schleimhaut mit vermehrter Schleimbildung und zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur führt. Die so hervorgerufene Verengung der kleinen und kleinsten Atemwege bedingt die Symptome eines Asthmaanfalls mit der charakteristischen pfeifenden Atmung bis hin zur Atemnot. Dabei ist insbesondere die Ausatmung des Betroffenen erschwert. Bei einem über lange Jahre persistierenden, schlecht eingestellten Asthma bronchiale kann sich sogar eine Überblähung der gesamten Lunge bis hin zum irreversiblen Emphysem entwickeln.
Komplexe Gefüge
Die Ursachen der geschilderten Symptomatik sind vielfältiger Natur. Sie reichen von unspezifischen Auslösern wie kalter Luft oder körperlicher Anstrengung über bekannte Allergien u.a. gegen Pollen, Tierhaare, Schimmelpilze, Hausstaubmilben und, wenn auch seltener, gegen Nahrungsmittel bis hin zu Umweltfaktoren und Frühgeburtlichkeit. Hier setzen dann die notwendigen diagnostischen Maßnahmen ein, um die für den einzelnen Patienten relevanten Auslöser identifizieren zu können.