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Psoriasis im Kindesalter - das Fachklinikum Borkum verfügt über optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie. |
Alles fing ganz harmlos an. Im August 1999 entdeckte Danielle Kuch an der linken Augenbraue ihrer 3-jährigen Tochter eine pfenniggroße trockene Hautstelle. Der Kinderarzt verschrieb daraufhin eine cortisonhaltige Creme, doch es trat keine Besserung auf. Im Gegenteil: Jeden Tag bildeten sich neue Stellen, zuerst an den Füßen, dann an den Armen und schließlich am Rücken. Die zunächst stecknadelkopfgroßen Entzündungsherde wurden zusehends größer und fingen an zu jucken. Drei Monate lang stellte Frau Kuch ihre Tochter verschiedenen Ärzten und Heilpraktikern vor. Doch niemand wusste Rat, bis schließlich Ende November die Universitätsklinik in Heidelberg diagnostizierte: Leonie hat eine schwere Psoriasis.
Psoriasis tritt nur sehr selten im frühen Kindesalter auf. Die Wahrscheinlichkeit ist noch geringer, wenn die Familie der beiden Elternteile von der Schuppenflechte verschont geblieben ist. „Alles habe ich ausprobiert.“ Frau Kuch war verzweifelt. Sie habe keine Möglichkeit unversucht gelassen und verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten (u.a. Cignolin), aber auch so genannte alternative Heilmethoden eingesetzt. Doch von Tag zu Tag spitzte sich die Lage dramatisch zu. „Mein Kind hat sich ununterbrochen gekratzt. Zentimetergroße Schuppen bildeten sich auf der Kopfhaut. Wir alle waren nicht mehr in der Lage, die starke psychische Belastung durch Leonies Erkrankung zu ertragen.“ Schließlich brachte die erschöpfte Mutter ihre Tochter in die Universitätshautklinik nach Kiel. Prof. Christophers, Direktor der Klinik, empfahl Mutter und Tochter im Anschluss an die akute stationäre Behandlung eine Rehabilitationsmaßnahme im Fachklinikum Borkum. Das einmalige Hochsee-Reizklima der Nordseeinsel Borkum sei neben der kompetenten ärztlichen und psychologischen Betreuung genau das Richtige für Leonie.
Ende März 2000 war es endlich so weit: Leonie verbrachte mit ihrer Mutter einen fünfwöchigen Aufenthalt im Fachklinikum Borkum. In eltern- und kindgerechten Appartements mit eigenem Schlafraum für die Eltern besteht für die Begleitperson die Möglichkeit, dem kranken Kind Tag und Nacht zur Seite zu stehen. Täglich bekam Leonie Salzwasserbäder, wurde dann mit UV-Licht bestrahlt und zunächst mit einer cortisonhaltigen Salbe und später mit einer Pflegesalbe eingecremt. Die Bestrahlung wurde von Tag zu Tag gesteigert. „Schwester Tina hat Leonie dabei viel Mut gemacht“, beschreibt die Mutter die Fürsorge der Mitarbeiterin der Klinik. „In den ersten beiden Wochen waren nur geringe Fortschritte zu verzeichnen. Doch ab der dritten Woche schauten wir zu, wie sich Leonies Hautzustand von Tag zu Tag verbesserte.“ Leonie und ihre Mutter hatten Glück. Fast jeden Tag schien die Sonne, und Leonie konnte ungezwungen am Strand spielen. Meerwasser und Sonne üben eine heilende Wirkung bei Hauterkrankungen, wie der Psoriasis aus. „Zum ersten Mal seit Monaten merkte ich, dass Leonie anfängt sich zu entspannen und Freude zu empfinden.“ Höhepunkt für sie war der Besuch ihres Vaters und der Schwester, die problemlos in der Klinik übernachten konnten.
Psoriasis ist eine chronische Krankheit. Leonie hat etwa drei Monaten nach ihrem Aufenthalt auf Borkum einen neuen Schub bekommen. Rückfälle können ganz spontan auftreten oder durch bestimmte äußere Einflüsse ausgelöst werden. Bei Leonie handelt es sich wahrscheinlich um eine infektassoziierte Psoriasis. So ruft schon eine „harmlose“ Halsentzündung durch Streptokokken einen erneuten Psoriasis-Rückfall hervor. Deshalb ist es wichtig, mögliche akute oder chronische Infektionsherde zu ermitteln und entsprechend zu behandeln, so Dr. med. Dieter Vieluf, Ärztlicher Direktor des Fachklinikums Borkum.
„Wir werden alle lernen müssen, mit dieser Krankheit umzugehen und sie in unser Leben zu integrieren,“ lautet das Fazit der tapferen Mutter. Anfangs habe sie Schwierigkeiten gehabt die Krankheit ihrer Tochter zu akzeptieren. „Wichtig ist, dass Leonie Zeiten erlebt, in denen ihre Haut nicht juckt und in denen sie wie andere Kinder herumtollen kann. Dabei hat uns der Aufenthalt im Fachklinikum Borkum sehr geholfen.“