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Soziale, sportliche und berufliche Aktivitäten sind deutlich eingeschränkt, ebenso die Schlafqualität: Die Auswirkungen der allergischen Rhinitis werden oft nicht ernst genommen, obwohl die Lebensqualität der Betroffenen erheblich darunter leidet. Heuschnupfen tritt isoliert oder gleichzeitig mit anderen Manifestationen wie Psoriasis oder Asthma bronchiale auf. Bei einer isolierten Rhinoconjunctivitis allergica besteht die Gefahr, dass die Beschwerden von den oberen auf die unteren Atemwege übergehen. Daraus resultiert die Notwendigkeit einer umfassenden Behandlung. In einer allergen- und schadstoffarmen Umgebung werden Heuschnupfenpsatienten des Fachklinikums Borkum optimal betreut und individuell therapiert.
Genauso wie für die Behandlung von Asthma bronchiale bietet das allergenund schadstoffarme Hochseereizklima der Nordseeinsel Borkum eine natürliche Basis für eine erfolgreiche Therapie der Rhinoconjunctivitis allergica. Allerdings reicht der Aufenthalt in der Reizklimazone alleine nicht aus. Sowohl eine auf den Patienten individuell ausgerichtete medikamentöse Therapie als auch eine Kombination aus Physiound Psychotherapie sind die Bausteine einer jeden Behandlung der allergischen Rhinitis.
Medikamentöse Therapie
Die allergische Rhinitis wird klinisch definiert als eine symptomatische Erkrankung der Nase, induziert durch eine IgE-vermittelte Entzündung der Nasenschleimhaut nach direktem Allergenkontakt. Für die symptomatische Therapie stehen heute zahlreiche hochwertige Medikamente zur Verfügung. Das Fachklinikum Borkum richtet sich bei der medikamentösen Therapie nach den Leitlinien der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI).
Orale Antihistaminika der zweiten Generation gehören bei der Behandlung der allergischen Rhinitis nach wie vor zu den Arzneimitteln der ersten Wahl, abhängig von Schweregrad und Dauer der Symptome. Topische Antihistaminika haben ein den oralen Substanzen vergleichbares Wirkprofil, wobei sich der Effekt auf die Nase bzw. das Auge beschränkt. Sie sind vor allem als Bedarfsmedikation oder zusätzlich zu einer Basistherapie zu empfehlen. Leiden Heuschnupfenpatienten sehr massiv unter ihrer Allergie, empfiehlt die „International Rhinitis Management Working Group“ topische Steroide. Auch im Fall der ganzjährigen allergischen Erkrankung der oberen Atemwege werden topische Steroide zumindest bei Erwachsenen bevorzugt. Bei Kindern hingegen werden häufig topisches DNCG bzw. lokale und/oder orale nicht sedierende Antihistaminika angewendet. Falls die verstopfte Nase im Vordergrund steht, ist gegebenenfalls die Gabe von Kortikosteroiden als Nasenspray die Therapie der Wahl.
Immunbehandlung
Als sehr wirkungsvoll hat sich die Hyposensibilisierung mittels Spritzenbehandlung erwiesen (subcutane Immuntherapie). Allerdings sollte hierbei eine strenge Indikationsstellung und die Durchführung nur durch einen erfahrenen Allergologen erfolgen. Bei der so genannten systemischen Hyposensibilisierung wird das jeweilige Allergen in ansteigender Konzentration über einen Zeitraum von drei Jahren injiziert. Auch die sublinguale Hyposensibilisierung (sublinguale Immuntherapie) zeigt eine gute Wirksamkeit, wobei allerdings noch weitere Studien notwendig sind, um die Langzeitwirkung zu beurteilen.
Ergänzende Maßnahmen
Zu der medikamentösen Therapie gehören auch immer ergänzende Maßnahmen, die zur physischen und psychischen Stabilität beitragen. Die Stärkung des Immunsystems unter anderem durch Saunagänge, Kneipp-Anwendungen und Bewegung an der frischen Luft (Fahrradfahren, Walking, Gymnastik) sowie Autogenes Training bzw. Progressive Muskelrelaxation zum Stressabbau und zur Entspannung sind wesentliche Inhalte des Therapiekonzeptes des Fachklinikums Borkum bei der Behandlung einer Rhinitis allergica.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die therapeutischen Prinzipien an die Behandlung anderer allergischer Erkrankungen der Atemwege und Schleimhäute wie dem Asthma bronchiale anlehnen: Meidung exogener und endogener Ursachen, medikamentöse Therapie, physikalische Therapie, Klimatherapie und allgemeine Konditionierung.