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Thermisch-hygrischer Wirkungskomplex:
Frischer Wind und kühle Luft
Die Kühle lindert den quälenden Juckreiz und führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Kortison.
Chemischer Wirkungskomplex:
Salzgehalt von Luft und Wasser
Salzwassertröpfchen gelangen auf die Haut und bewirken die Ablösung von Schuppen.
Aktinischer Wirkungskomplex:
Sonne
Die Sonne regt das Immunsystem an, steigert die Bildung körpereigener Kortisone und führt zur Ausschüttung von Endorphinen, den so genannten Glückshormonen.
Sonne, Wind und Meer sind die wirksamen Faktoren einer Reizklimatherapie an Nord- und Ostsee. Die heilsame Wirkung beruht auf einer ganz speziellen Kombination von Schon- und Reizfaktoren. Gerade bei einer Vielzahl allergisch bedingter Hauterkrankungen, etwa der Neurodermitis kann eine Reizklimatherapie zu einer nachhaltigen Verbesserung des Gesundheitszustandes führen. Sowohl der Salzgehalt von Luft und Wasser als auch der Einfluss der UV-Strahlung führen zu einer deutlichen Linderung. Das Fachklinikum Borkum nutzt die heilsamen Faktoren des Hochseereizklimas als therapeutische Maßnahmen für die Behandlung seiner Patienten.
Die gesundheitsfördernde Wirkung des Reizklimas auf unseren Organismus ist schon seit langem bekannt. Bereits 1750 veröffentlichte der englische Arzt Richard Russel seine positiven Erfahrungen mit der Klimatherapie am Meer. Heute ist die therapeutische Wirkung einzelner Klimafaktoren auf allergische Hauterkrankungen wie Neurodermitis weitgehend untersucht und wissenschaftlich belegt. Fachleute sprechen vom thermisch-hygrischen, vom aktinischen und vom chemischen Wirkungskomplex. Hinter diesen Begriffen verbergen sich Schon- und Reizfaktoren von Luft und Sonne, die den menschlichen Organismus beeinflussen. Es gibt allerdings nur wenige Gebiete in Deutschland, die eine ganz spezielle und damit therapeutisch wirksame Kombination dieser Faktoren aufweisen: die Küstengebiete bzw. die vorgelagerten Inseln der Nord- und Ostsee sowie das Gebirge ab einer Höhe von 1 500 Metern.
Spezielles Inselklima
Am stärksten ausgeprägt ist das Reizklima auf den Ostfriesischen Inseln. Insbesondere die Nordseeinsel Borkum liegt so weit vom Festland entfernt, dass die Landmassen nur wenig Einfluss auf das Inselklima ausüben können. Daher stammt auch der Begriff Hochseereizklima. Patienten mit Hauterkrankungen profitieren hier vor allem vom frischen, kühlen Seewind sowie dem hohen Salzgehalt des Meeres und der Brandungsluft. Weder Berge und Hügel noch Dunstglocken der Industriegebiete und Großstädte schirmen die heilsamen Strahlen der tief stehenden Sonne ab.
Kühle Luft gegen ständigen Juckreiz
Die größte therapeutische Wirkung im so genannten thermisch-hygrischen Wirkungskomplex hat der Wind. Die kühle Luft wirkt gleichermaßen als Schon- und Reizfaktor. Bei der Neurodermitis lindert die Kühle den quälenden Juckreiz und hilft, den Juckreiz-Kratz- Zirkel zu durchbrechen. Die Haut kann sich regenerieren. Außerdem reagiert der Körper auf die Kältewirkung mit einer Engstellung der kleinen Blutgefäße in der Haut sowie mit einer erhöhten Stoffwechseltätigkeit. Bei Menschen, die sich nur sehr selten im Freien aufhalten, geht die Wärmeregulation nur noch sehr langsam vonstatten, was zur Folge hat, dass der Mechanismus erst wieder antrainiert werden muss. Wichtiges Ziel der Klimatherapie ist es daher, den Organismus wieder schrittweise an die Kälteeinwirkung zu gewöhnen und abzuhärten. Ausgelöst durch den Kältereiz schüttet zudem die Nebennierenrinde vermehrt Kortison aus, wodurch der Heilungsprozess der Haut zusätzlich unterstützt wird.
Glatte Haut durch Salzwassertröpfchen
Eine besondere Rolle bei der Therapie von Neurodermitis spielt das maritime Aerosol. Durch den Wind gelangen Salzwassertröpfchen in die Luft, die sich dann bei Strandspaziergängen auf der Haut niederschlagen und schuppenlösend wirken. Die Haut wird insgesamt glatter und dadurch auch für andere Therapien zugänglicher. Zudem unterstützt das Meersalz Heilungsprozesse der Haut. Noch intensiver kommt diese Wirkung beim Baden im Meer zum Tragen.
Sonnenstrahlen hemmen die Entzündung bei Patienten mit Neurodermitis
Der dritte wirksame Klimakomplex ist die Sonne, in der Fachsprache aktinischer Wirkungskomplex genannt. Sofern die Gefahren der Sonneneinstrahlung beachtet und Sonnenbrände vermieden werden, hat die Sonne positive und wichtige Eigenschaften für den Organismus. Durch die Sonneneinwirkung wird auch die Bildung des körpereigenen Cortisons angeregt: Die Sonnenstrahlen wirken somit bei Patienten mit Neurodermitis entzündungshemmend. Zusätzlich steigert die Sonne die Durchblutung der Haut und fördert hierdurch den Heilungsprozess. Auch Endorphine, die so genannten Glückshormone, werden vermehrt ausgeschüttet, was zu einer allgemeinen Besserung des Wohlbefindens beiträgt.
Die effizienteste Möglichkeit, einen lang anhaltenden Therapieerfolg zu erzielen, ist die Durchführung der Reizklimatherapie in Verbindung mit dem Einsatz moderner therapeutischer Methoden. So kombiniert auch das Fachklinikum Borkum im Sinne einer ganzheitlichen Therapie die natürlichen Heilverfahren der Reizklimatherapie mit den verschiedenen derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten der modernen Medizin.