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Hochseereizklima auf Borkum - im Herbst und Winter ideal zur Atemwegstherapie
Immer mehr Menschen genießen die Vorzüge der kalten Jahreszeit an der Nordseeküste. Keine sommerlichen Touristenströme und überfüllten Cafés, sondern Natur pur erwartet den Besucher. Weite Sandstrände, sich auftürmende Wellen am Horizont und die frische Meeresbrise helfen, den Alltagsstress zu vergessen und die Seele baumeln zu lassen. Ideale Klimabedingungen im Herbst und Winter nutzen auch Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Neurodermitis. Denn das Reizklima mit seinen Klimafaktoren Sonne, Wind und Meer wird in dieser Jahreszeit durch Kältereize ideal ergänzt.
Zusammen wirken sich die klimatischen Faktoren und der Kältereiz ausgesprochen stärkend auf das Immunsystem aus. Die salzhaltige Luft lässt die Schleimhäute abschwellen und beseitigt den Schleim aus den Bronchien. Durch die Kälte wird die Nebennierenrinde stimuliert und schüttet Cortison aus, was den Heilungsprozess der Schleimhaut zusätzlich unterstützt. Langfristig bedeutet dies für Asthmatiker weniger Anfälle und tiefere Atmungsfreiheit, so Priv.-Doz. Dr. med. Dieter Vieluf, Ärztlicher Direktor des Fachklinikums Borkum.
Hier wird die klassische Medizin sinnvoll und individuell mit den Möglichkeiten natürlicher Heilverfahren zu einem ganzheitlichen Konzept vereinigt. Auch Patienten mit chronischen oder allergischen Hauterkrankungen profitieren vom winterlichen Hochsee-Reizklima.
So sind beispielsweise zur Behandlung der Schuppenflechte hervorragende Voraussetzungen gegeben: Das maritime Aerosol bewirkt die Ablösung der Schuppen und lockert die obersten Hornschichten der Haut, so dass diese durchlässiger für die UV-Bestrahlung wird. Die Kälte trainiert die Steuerung der Hautdurchblutung: Um den Körper vor einer größeren Abkühlung zu schützen, verengen sich bei Kältereiz die Blutgefäße. Hierdurch wird die bei Neurodermitikern typische Gefäßstarre allmählich gelockert und führt so zur Normalisierung der Hautdurchblutung. Zudem mindert die Kälte den Juckreiz, und das verstärkt produzierte Cortison lindert die Entzündungsprozesse der Haut. Allerdings reicht der Aufenthalt in einer Reizklimazone allein nicht aus, erläutert Vieluf. Langzeiterfolge sind nur durch Einbindung der Klimatherapie in ein therapeutisches Gesamtkonzept zu erzielen. Deshalb wird im Fachklinikum Borkum von einem interdisziplinär ausgerichteten Team aus Hautärzten, Allergologen, Lungenfachärzten, Kinderärzten, Umweltmedizinern sowie Psychologen, Ernährungsberatern und Sport- und Physiotherapeuten für jeden Patienten ein individueller und ganzheitlicher Therapieplan zusammengestellt. Zudem erhalten Patienten Schulungen, die ihnen helfen, mit ihrer Erkrankung umzugehen. Auch Angehörige werden als Co-Therapeuten in die Behandlung einbezogen. So wird ein lang anhaltender Therapieerfolg über den Klinikaufenthalt hinaus gewährleistet.