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Die Psoriasis ist eine chronische Erkrankung. So ist auch der Umgang mit ihr ein langwieriger Lernprozess. Nicht zuletzt das Gefühl, selbst auf seine Erkrankung Einfluss nehmen zu können und entsprechend zu handeln, ist für das Wohlbefinden und den Ausprägungsgrad der Erkrankung ausschlaggebend. In der psychologischen Schulung des Fachklinikums Borkum lernen Betroffene und Angehörige, mit der Hauterkrankung umzugehen, sie besser zu akzeptieren und in ihr Leben zu integrieren. Denn nur so kann ein lang anhaltender Therapieerfolg gewährleistet werden.
Die Psoriasis ist eine Erkrankung, bei der sowohl organische als auch seelische Einflüsse eine Rolle spielen können. Befragt man Betroffene nach den für sie relevanten Auslösefaktoren, nennen viele psychische Belastungsmomente wie die Trennung vom Partner, Prüfungen, berufliche Überlastung, Pflege von Familienangehörigen oder den Tod einer nahe stehenden Person. Aber auch das Aussehen der Haut ist für die allgemeine Befindlichkeit von großer Bedeutung. Ein angekratztes Selbstwertgefühl, Angst und Scham, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, Rückzugstendenzen und depressive Verstimmungen sowie Belastungen in Familie und Partnerschaft können auf die Störungen des Hautbildes zurückzuführen sein. In der psychologischen Psoriasis-Schulung des Fachklinikums Borkum wird gemeinsam nach Möglichkeiten gesucht, mit diesen Belastungen umzugehen und aktiv den Hautzustand zu beeinflussen.
Angst davor, angestarrt zu werden
Die psychologische Schulung verläuft parallel zur medizinischen Schulung über vier einstündige Termine. Der persönliche Austausch der Betroffenen steht bei den Sitzungen im Vordergrund. Das Gefühl, verstanden zu werden und nicht mehr alleine mit seinen Problemen klarkommen zu müssen, empfinden viele Teilnehmer als sehr entlastend. Leider treffen Betroffene auch heute noch auf Personen mit Unkenntnis und Vorurteilen, die mangelnde Körperpflege als Ursache für die Psoriasis sehen oder bei der Psoriasis an eine ansteckende Krankheit denken. Andererseits können Betroffene auch dazu neigen, die ablehnende Haltung anderer Menschen zu überschätzen oder vorwegzunehmen. Die Folge: Aus Angst vor Ablehnung und dem Gefühl, „angestarrt zu werden“, schränken sich viele Psoriatiker ein und ziehen sich zurück.
Selbstsicherer Umgang mit der Psoriasis
Wesentliches Ziel der psychologischen Schulung ist es, einen selbstsicheren Umgang mit der Psoriasis zu erlernen. Vermeidungsmuster und die zugrunde liegenden negativen Gedanken sollen erkannt und reflektiert werden. Sofern die Bereitschaft der Teilnehmer vorhanden ist, werden schwierige Situationen im Rollenspiel geübt. Dadurch kann angemessenes Verhalten leichter auf den Alltag übertragen werden. Psoriasis als chronische Erkrankung führt in vielen Fällen zu Gefühlen von Resignation und Hilflosigkeit. Ein wesentlicher Teil des psychologischen Trainings beschäftigt sich deshalb damit, die eigenen Ressourcen zu erkennen und zu stärken sowie Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen.
Des Weiteren werden auch neueste Erkenntnisse aus der so genannten Mind/ Body-Medizin genutzt und umgesetzt. Die Praxis der Achtsamkeitsmeditation führt in Verbindung mit der medizinischen Therapie bei Patienten mit Psoriasis zu einer deutlichen Verbesserung des Hautzustandes.
Nina Buchheld