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Jeder kennt das: Konzentriert man sich auf eine ganz bestimmte Sache, sind alle anderen Dinge plötzlich unwichtig. So ähnlich ist das auch bei Kindern, die auf Grund ihrer Neurodermitis-Erkrankung von einem quälenden Juckreiz geplagt werden. Kreativ sein lenkt ab und hilft, das ständige Kratzen zu vermeiden.
Isabel ist ganz bei der Sache. Wenn die Fünfjährige die Farben in ihrem Malkasten zusammenmischt und bunte Bilder zu Papier bringt, ist sie ganz in ihrem Element. Dann vergisst sie das heftige Jucken ihrer Haut und den Schmerz der offenen Wunden in den Gelenkbeugen. Isabel hat Neurodermitis. Von klein auf hat sie gelernt, auf ihre Haut zu achten, weiß, dass sie nicht alles essen darf und kenntm die Zeremonie des täglichen Eincremens. Das alles wäre nur halb so schlimm, wäre da nicht auch der unerträgliche Juckreiz. Heftige Kratzattacken überfallen Isabel immer dann, wenn sie zum Beispiel versucht beim Spielen mit ihren älteren Geschwistern mitzuhalten, oder nachts aufwacht und sich im Dunkeln fürchtet.
Körper in Alarmbereitschaft
Stresssituationen wie Leistungsdruck oder Angst sind bei Patienten mit Neurodermitis in der Regel von starkem Juckreiz begleitet. Oftmals können sie sogar regelrechte Krankheitsschübe auslösen. Denn durch Stress werden Hormone ausgeschüttet, die den Körper in eine Art Alarmbereitschaft versetzen. Das hat zur Folge, dass der ohnehin gestörte Immunschutz und die Juckreizschwelle der Haut sinken.
Oft kommt es außerdem zu einer vermehrten Schweißproduktion, was wiederum den Juckreiz verstärkt. Ein Teufelskreis setzt sich in Gang.
So auch bei Isabel. Wenn sie ihre Bilder malt, denkt sie nicht an ihre Krankheit: kein Jucken, keine Schmerzen. Doch nicht nur die Krankheit tritt während der künstlerischen Betätigung in den Hintergrund. Malen bedeutet für die fünfjährige Isabel auch Anerkennung und Bestätigung.