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Die heilende Kraft des Meerwassers ist seit dem Altertum bekannt. Schon Hippokrates schrieb, dass "Baden im Meerwasser gut ist für Leute mit juckenden und beißenden Stellen der Haut". Die moderne Medizin hat aus diesen Erkenntnissen die Balneo-Photo-Therapie entwickelt.
Die Balneo-Photo-Therapie ist in erster Linie bei Patienten geeignet, die an Psoriasis oder Neurodermitis leiden. Zwei Verfahren der Badetherapie haben sich bewährt: die reine Sole- oder Meerwassertherapie mit einer Salzkonzentration von mehr als 15 beziehungsweise 3,8 Prozent mit anschließender UV-B-Bestrahlung und die Psoralen-plus-UV-A-(PUVA)-Bäder, bei denen 8-Methoxypsoralen für die Photosensibilisierung der Badeflüssigkeit beigegeben wird. Die Bestrahlung erfolgt anschließend mit UV-A-Licht. Die Meerwasser- und Solebadtherapie eignet sich vor allem für Psoriatiker, wenn die Plaques länger als zwölf Monate bestehen. Alternativ kommt bei Psoriasis die Bade-PUVA in Frage, vor allem bei eruptiven oder pustulösen Formen der Psoriasis, Psoriasis guttata und Erythrodermie. Patienten mit Neurodermitis erhalten Solebäder mit einer Salzkonzentration von einem bis fünf Prozent oder Meerwasser und kombinierter UV-A-und UV-B-Behandlung mit steigender Dosierung.Bei den genannten Hauterkrankungen sollten die Patienten drei bis fünf Bädern pro Woche erhalten. Mit der Bade-PUVA kann man nach 20 Bädern, bei der Soletherapie nach 25 bis 30 Bädern mit einer Abheilung rechnen. Nach der Abheilung der Hauterscheinungen ist oft eine Erhaltungstherapie ratsam. Hautpflege nach dem Bad und der Bestrahlung begleiten die Therapie, die jedoch für Schwangere, Kinder unter zehn Jahren und Patienten mit Hypertonus, Herzproblemen, infektiösen Begleiterkrankungen und offenen, nässenden Wunden nicht geeignet ist.
Die tägliche Praxis
Bei regelmäßiger, dauerhafter Anwendung führt eine UV-Therapie oft zu einer anhaltenden Besserung des Hautzustandes. Bei Kindern wird sie nur bei strenger Indikationsstellung zur Anwendung gebracht. Bei entzündlicher Neurodermitis werden größeren Wellenlängen (UVA beziehungsweise UVA-1), bei chronischem Verlauf kleinere, also energiereichere Wellenlängen eingesetzt. Bei schweren Krankheitsbildern empfiehlt sich in Ausnahmefällen auch die Bade-PUVA-Therapie.
Im Fachklinikum Borkum kann die Balneo-Photo-Therapie auf ganz natürliche Weise durch ein Bad in der Nordsee und anschließendes Sonnenbaden erfolgen. Im Winter oder bei schlechtem Wetter stehen das Meerwasserschwimmbecken oder der Meerwasserbäderbereich in der Klinik zur Verfügung. Denn das Baden in salzhaltigem Meerwasser erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut, die dann für die UV-Bestrahlung aufnahmefähiger ist.