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Rötung, Schuppung, Ekzeme und quälender Juckreiz der trockenen Haut machen Neurodermitikern gerade in der kälteren Jahreszeit zu schaffen. Ursache für diese Symptome ist ein gestörtes Verhältnis von Feuchtigkeit und Fett der Haut. Folge: Die Barrierefunktion der Haut ist geschwächt. Deshalb setzt das Fachklinikum Borkum bei der Behandlung von Neurodermitikern auf eine konsequente und sinnvolle Basistherapie der trockenen Haut.
Die Haut von Neurodermitikern ist besonders trocken. Sie besitzt kleinere Talgdrüsen als die bei gesunden Menschen und gibt auf Grund von Veränderungen in der Hornschicht (u.a der Lipidzusammensetzung, insbesondere der Ceramide) mehr Wasser an die Umgebung ab. Derartig ausgetrocknete Haut führt zu Juckreiz, entzündet sich leichter und ist empfindlicher gegenüber Umweltreizen. Deshalb muss der trockenen Haut das fehlende oder entzogene Fett wieder zugeführt werden. Dies gelingt sehr wirkungsvoll mit medizinischen Ölbädern, die wir bei unseren Patienten ein- bis zweimal wöchentlich anwenden. Die medizinischen Öle werden dem Badewasser beigemischt, wobei die optimale Badetemperatur 32 bis maximal 36 Grad beträgt bei einer Badedauer von 5 bis höchstens 20 Minuten. Entweder findet sich ein Ölfilm auf dem Wasser, der sich beim Verlassen der Wanne auf die Haut legt, oder die Öle befinden sich durch Einsatz von Emulgatoren in feinster Verteilung im Wasser und können sich auf diese Weise als dünner Fettfilm an die Haut anlagern. Nach dem Baden wird die Haut mit einem Handtuch nur leicht abgetupft.
Ölbäder und Salben
Je nach Hautzustand setzen wir außerdem individuell verträgliche Pflegepräparate in Form von Cremes, Salben oder Fettsalben ein. Dabei ist es zumeist sinnvoll, die Pflegepräparate hinsichtlich ihrer Verträglichkeit beim einzelnen Patienten zu überprüfen. Dies kann dadurch erfolgen, dass die Substanz auf ein definiertes Hautareal, zum Beispiel am Unterarm, zweimal täglich über einen Zeitraum von sechs Tagen aufgetragen wird. Außerdem müssen bestehende Kontaktallergien gegenüber Salbeninhaltsstoffen (u.a. Salbengrundlagen und Konservierungsstoffe) bei der Wahl des Pflegepräparates Berücksichtigung finden. Damit der trockenen Haut neben dem Fett auch die notwendige Feuchtigkeit zugeführt wird, werden unsere Neurodermitis-Patienten oft zusätzlich mit harnstoffhaltigen Präparaten versorgt. Harnstoff, ein natürlicher Feuchthaltefaktor, erhöht die so genannte Wasserbindungskapazität der Haut und kann somit den Feuchtigkeitsverlust der trockenen Haut vermindern bzw. die Haut vor Austrocknung schützen.
Um den Juckreiz-Kratz-Zirkel bei Neurodermitikern zu durchbrechen, werden im Fachklinikum Borkum neben der Lokalbehandlung der trockenen Haut weitere therapeutische Maßnahmen eingesetzt. Hierzu zählen u.a. der Einsatz von Schmerz- oder Kältereizen als Ablenkungsstrategie sowie verschiedene Entspannungstechniken und Schulungsprogramme.