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Voraussetzung für ein stabiles und gesundes Darmmilieu ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. |
Störungen der intestinalen Mikroökologie stehen nach neueren Untersuchungen in enger Beziehung mit der chronisch-idiopathischen Urtikaria. Eine neue Behandlungsmethode, die so genannte "biologische Therapie", kann helfen, das ökologische Gleichgewicht im Darm wiederherzustellen und damit die urtikariellen Hauterscheinungen zu mindern oder sogar zu beseitigen.
"Die Urtikaria ist häufig ein diagnostisches Problem und kann auch erhebliche Schwierigkeiten in der Behandlung bereiten", berichtet Prof. Dr. Dr. Johannes Ring, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der Technischen Universität München. Man unterscheidet zunächst akute und chronische Formen der Urtikaria. Eine weitere Differenzierung ist auf der Grundlage der Hauterscheinungen nur selten möglich. Auch die Suche nach den auslösenden Faktoren gestaltet sich meistens als schwierig. Sie können in vielen Fällen trotz intensiver Diagnostik nicht aufgedeckt werden. Bei diesen Formen spricht man dann auch von einer chronisch-idiopathischen Urtikaria.
Alternative zur schulmedizinischen Behandlung
Im Normalfall ist die symptomatische Behandlung mit Antihistaminika die Therapie der Wahl. Auch wenn durch die medikamentöse Behandlung die Symptome nur gelindert werden können, so führen moderne Antihistaminika dennoch zu weitgehender Beschwerdefreiheit. Eine wirkungsvolle und außerdem nebenwirkungsarme Alternative zur schulmedizinischen Behandlung bietet die so genannte "biologische Urtikaria-Therapie". Ziel ist es, mittels eines Vier-Stufen Therapie-Konzepts eine funktionstüchtige physiologische Darmflora wiederherzustellen. Externe Faktoren wie Histamin freisetzende Nahrungsmittel, Fremdstoffe und Medikamente sowie organische Erkrankungen beispielsweise von Galle, Leber, Magen oder Pankreas können das Darmepithel schädigen und den intestinalen pH-Wert erhöhen. Dies führt im Normalfall zu einer Störung der Darmflora und somit zu einer möglichen Vermehrung von bakteriellen Keimen.
Durch die zunehmende Kolonisierung des Darms mit bestimmten bakteriellen Keimen kann die natürliche Barrierefunktion des Darms gestört und das intestinale Immunsystem beeinträchtigt werden.
Die biologische Urtikaria-Therapie verläuft in vier Phasen mit mehreren aufeinander abgestimmten pflanzlichen Präparaten und dauert insgesamt 12 Wochen. Eine randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudie an der Klinik am Biederstein der Technischen Universität München konnte eine günstige Wirkung der biologischen Therapie bei Patienten mit chronischer Urtikaria eindeutig belegen. Sämtliche untersuchte Parameter wie Anzahl der Quaddeln, Intensität des Ödems sowie des Juckreizes zeigten nach der Behandlung eine signifikante Besserung.
Inwieweit das Prinzip der biologischen Urtikaria-Therapie auch auf andere Hauterkrankungen angewendet werden kann, ist derzeit Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Studien.