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Aus dem Kurtagebuch von Manuela Schwarz
Elias ist sechs Jahre alt und leidet seit seinem zweiten Lebensjahr an schwerem allergischem Asthma. Dazu wurde eine heftige Allergie auf Gräserpollen, Hausstaubmilben und Tierhaare diagnostiziert. Die Situation verschlimmerte sich von Jahr zu Jahr. Der letzte Winter war kaum zu ertragen. Eine Infektion jagte die nächste. Eines wurde mir klar: So kann es nicht weitergehen, ich musste etwas unternehmen.
Nach intensiver Suche wurde ich schließlich auf das Fachklinikum Borkum aufmerksam, schon allein deshalb, weil ich als Mutter meinen Sohn zur Rehabilitation begleiten durfte.
Im Fachklinikum Borkum arbeiten Ärzte und Therapeuten eng mit den Eltern zusammen, um die Erkrankung des Kindes langfristig in den Griff zu bekommen. Das überzeugte mich.
Also stellte ich einen Antrag bei der AOK. Der Rest ging sehr schnell und verlief ohne Probleme. Man hat uns drei Wochen Borkum bewilligt, es konnte losgehen: Mit lautem Möwengekreische und einer frischen Brise wurden wir nach zweieinhalb Stunden Fährfahrt auf der ostfriesischen Insel empfangen. Eine alte Eisenbahn brachte uns dann in den Ort. Nach wenigen Minuten schon hatten wir unser Ziel, das Fachklinikum, erreicht.
Nach einem netten Empfang bezogen wir unser Appartement im Eltern-Kind-Haus und ruhten uns erst einmal von der Reise aus, bevor wir Klinik und Umgebung genauer unter die Lupe nahmen.
Sandburgen bauen und Muscheln suchen
Das Klinikum, ein spätklassizistischer Prachtbau, liegt direkt an der Strandpromenade. Gleich dahinter beginnt der herrliche Badestrand. Sofort aufgefallen ist mir die frische, klare Luft, endlich konnten wir wieder durchatmen. Das Hochseereizklima mit seiner schadstofffreien und allergenarmen Luft ist eine optimale Voraussetzung für die Behandlung von Asthmapatienten. Deshalb galt auch für Elias die Devise, sich möglichst viel an der frischen Luft aufzuhalten, was ihm natürlich besonders gut gefiel. Beim Sandburgenbauen, Spielen, Muschelnsuchen oder In-den-Wellen-Toben fiel der Stress der ganzen letzten Monate von ihm ab.
Sogar die Therapie machte ihm Spaß. Die Behandlungseinheiten wie etwa Atemgymnastik, Asthmaschulung oder das tägliche inhalieren wurden auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt.
Auch die Freizeit ist im Fachklinikum Borkum Bestandteil der Therapie. Ob barfuß auf Entdeckungstour oder per Schiff zu den Robben: Die Insel hat einiges zu bieten. Langeweile hatte bei uns keine Chance. Im Gegenteil: Die Zeit verflog im Nu, und schon saßen wir wieder auf gepackten Koffern. Mit ein bisschen Wehmut bestiegen wir die Fähre und machten uns auf den Weg Richtung Heimat.
Jetzt, einige Monate später, zehren wir immer noch von unserem Aufenthalt im Fachklinikum Borkum. Elias geht es seitdem viel besser. Wir konnten sogar das Kortisonpräparat, dass er seit geraumer Zeit einnimmt, absetzen. Fröhlich tobt er mit seinen Freunden, die monatlichen Infekte sind bislang ausgeblieben, die Situation hat sich entspannt. Wie man sieht, es geht bergauf.
Manuela Schwarz