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Krebse angeln, Muscheln sammeln, Steine bestimmen: Am Strand, da gibt’s viel zu entdecken! Der tägliche Spaziergang am Meer befreit nicht nur Nase und Bronchien, sondern gewährt auch einen spannenden Einblick in die Welt der marinen Bewohner. Im Freizeitangebot des Fachklinikums Borkum nehmen naturkundliche Führungen einen festen Platz ein.
„Welcher Krebs hat keinen Panzer?“, ruft Lars Blankenburg in die Runde, während ihn große Kinderaugen fragend anblicken. Nicklas, der beim Muschelsammeln schon die meisten kannte, weiß die Antwort: „Der Einsiedlerkrebs – und weil er keinen Panzer hat, sucht er sich ein Schneckenhaus als Schutz.“ Kein Wunder: Der pfiffige Sechsjährige ist diesen Herbst schon das dritte Mal zur Therapie in der Klinik. Er leidet an einer schweren Nahrungsmittelallergie. Doch dass er auf Schokolade und Chips verzichten muss, fällt ihm hier nicht schwer.
Lars Blankenburg, von Haus aus Diplomgeologe, ist Jugendbetreuer des Fachklinikums und somit verantwortlich für die Freizeitgestaltung der Gäste. Jeden Morgen entwickelt er ein Tagesprogramm, auf dem alle Termine genau angegeben sind. „Das Programm bringe ich jedem Gast persönlich an den Frühstückstisch“, erklärt der gebürtige Duisburger. „Dadurch verschaffe ich den Patienten ein Gefühl von Geborgenheit und ermögliche ihnen schon beim Frühstück, ihren Tag einzuteilen.“
Besonders beliebt ist der Gang zu den Seehundbänken. Durch die gut verständlichen Erklärungen des Naturwissenschaftlers lernen sowohl Kinder als auch Erwachsene viel über die Lebens- und Verhaltensweisen der Meeressäuger. Doch nicht nur über Seehunde, sondern auch über Steine, Muscheln, Algen und Vögel weiß Lars Blankenburg spannende Geschichten zu erzählen. Als Geologe habe er die Möglichkeit, den Gästen des Klinikums den Strand als „naturwissenschaftlichen Abenteuerspielplatz“ näher zu bringen, so der 30-Jährige. Doch in erster Linie möchte er, dass sich die Patienten untereinander kennen lernen, Kontakte knüpfen und so ihr Wohlbefinden steigern.