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Die Schuppenflechte gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. Ihre Ursachen sind jedoch noch nicht restlos geklärt. Hervorgerufen werden die schuppenden Hauterscheinungen durch eine Vielzahl auslösender Faktoren. Verschiedene Möglichkeiten der innerlichen und äußerlichen Behandlung stehen zur Verfügung, deren Wirksamkeit von der Stärke und der Art der Schuppenflechte abhängig ist. Das Fachklinikum Borkum bietet den Psoriasis-Patienten neben den vielfältigen therapeutischen Verfahren auch eine psychologische (wird in der nächsten Ausgabe des Klinik Reports besprochen) und medizinische Schulung an..
Die medizinische Psoriasis-Schulung findet in Seminargruppen von durchschnittlich acht bis zehn Personen an vier einstündigen Terminen statt. Ziel der Schulung ist es, den Patienten das notwendige medizinische Wissen zu vermitteln, um die eigene Erkrankung und die bestehenden Therapiemöglichkeiten besser zu verstehen und so auch selbst an einem optimalen Behandlungserfolg mitwirken zu können.
Teil I: Medizinische Hintergründe
Zunächst wird auf die Definition der Erkrankung, das klinische Erscheinungsbild in seinen vielen Variationen, die durch die Erkrankung bedingten Veränderungen der Haut in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion sowie auf verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle bezüglich der Ursache der Psoriasis eingegangen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt zudem in der Darstellung der Möglichkeiten, durch die sich der Krankheitsverlauf beeinflussen lässt. So wird zum Beispiel eine richtige Hautpflege erläutert, aber auch auf Faktoren eingegangen, die zu einer Auslösung, Unterhaltung oder Zunahme der psoriatischen Hautveränderungen führen können.
Teil II: Richtige Anwendung
Der zweite Teil der Schulung beinhaltet die lokale Behandlung der Psoriasis mit den inzwischen umfangreichen Wirkstoffklassen, ihre Einsatzgebiete, die Wirkungsweise, mögliche Nebenwirkungen und ihre richtige Anwendung. Dabei wird insbesondere auf Behandlungsmöglichkeiten hingewiesen, durch die der Einsatz von kortikosteroidhaltigen Salben minimiert werden kann.
Teil III: Aufklärung und medikamentöse Therapie
Da jedoch manche Erkrankungsformen sowie eine starke Verschlechterung der Psoriasis unter Umständen eine weitgreifendere Therapie notwendig machen, wird im dritten Teil der Schulung auf die verschiedenen Medikamente eingegangen, die zur Behandlung der Psoriasis zur Verfügung stehen. Durch eine ausführliche Erläuterung von Wirkungen, Nebenwirkungen und Anwendungsdauer soll der Patient befähigt werden, seine Behandlung aktiv mitzugestalten.
Teil IV: Klima- und Phototherapie
Im letzten Teil der Schulung stehen die Klimatherapie sowie die verschiedenen Formen der Phototherapie im Vordergrund. Neben den positiven Effekten der Klimatherapie im Hochseereizklima werden die physikalischen Grundlagen des UV-Lichtes, die Wirkungen an der Haut und die Einsatzmöglichkeiten der unterschiedlichen Phototherapien besprochen.
In der Schulung wird den Fragen der Patienten viel Raum gelassen, damit die Informationen gut verständlich werden und sich den individuellen Bedürfnissen anpassen lassen. So kann auch auf speziellere Themen wie Psoriasis bei Kindern und in der Schwangerschaft, alternative Behandlungsformen und ihre Effektivität, Einfluss der Ernährung auf die Psoriasis und vor allem immer wieder auf die persönlichen Erfahrungen der Patienten eingegangen werden.
Dr. Rahel Paulsen