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Speziell zum Asthmatrainer ausgebildete Therapeuten helfen Asthmatikern, ihre Krankheit besser in den Griff zu bekommen. Wir sprachen mit Dipl.- Psychologin Hiltraud Müller, Asthmatrainerin im Fachklinikum Borkum.
Frau Müller, was ist Ihre Aufgabe als Asthmatrainerin im Fachklinikum Borkum?
Meine Aufgabe als Asthmatrainerin ist es, im Rahmen der Asthmaschulung alltagstaugliches Wissen über die Erkrankung sowohl an Kinder und Jungendliche als auch an ihre Eltern zu vermitteln. Entscheidende Bestandteile der Schulung sind neben der medizinischen Wissensvermittlung ein spezielles Verhaltenstraining sowie die Verbesserung der Körperwahrnehmung. Dadurch lernen die Kinder, bereits Vorboten eines Asthmaanfalls wahrzunehmen, sich bei ihren Eltern bemerkbar zu machen und entsprechend Medikamente einzusetzen.
Was ist das primäre Ziel der Asthmaschulung?
Wir vermitteln in der Asthmaschulung handlungsrelevantes Wissen mit dem Ziel, die Eigenverantwortung des Kindes zu fördern. Unser Ziel ist es, individuelle Bewältigungsstrategien des asthmakranken Kindes im Umgang mit seinem Asthma zu stärken. Denn nur mit einem kompetenten Krankheitsmanagement kann der Gesundheitszustand des Kindes verbessert und eine negative Chronifizierung der Erkrankung verhindert werden.
Wie lernen asthmakranke Kinder, mit ihrer Angst umzugehen?
Der Umgang mit Asthma ist in vielen Familien mit Ängsten verbunden. Durch die Angst der Eltern gerät aber auch das Kind in einer Notfallsituation leichter in Panik, was dazu führt, dass sich seine Atemnot verschlimmert. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern müssen lernen, Ruhe zu bewahren. Deshalb ist es wichtig im Notfall auf einen Plan zurückzugreifen, auf dem sowohl alle Handlungsschritte als auch wichtige Telefonnummern und Medikamente vermerkt sind. Der Notfallplan sollte für Kinder und Eltern jederzeit greifbar sein. Darüber hinaus reduziert auch ein offener Umgang mit der Erkrankung die Angst.
Wie binden Sie die Eltern als Co-Therapeuten in das Behandlungskonzept ein?
Gerade bei chronischen Erkrankungen ist es sehr wichtig, die Eltern in den Behandlungsprozess einzubinden. Deshalb bieten wir im Fachklinikum Borkum parallel zur Kinderschulung auch eine Schulung für die betroffenenEltern an. Hier werden die Eltern über die Erkrankung ihres Kindes aufgeklärt und lernen die gleichen Bewältigungsstrategien wie ihre Kinder kennen. Dies sichert einerseits den Lernerfolg und gewährt andererseits den Transfer in den Alltag.
Inwieweit arbeiten Sie mit Ärzten und Therapeuten anderer Fachrichtungen zusammen?
Das Asthmatraining beruht auf einem interdisziplinären Konzept, in dem viele verschiedene Professionen (Ärzte, Sporttherapeuten, Psychologen) zusammenarbeiten. Erst durch die gemeinsame Betrachtung können wir uns ein umfassendes und ganzheitliches Bild von dem jeweiligen Patienten machen und somit das Kind besser einschätzen und unterstützen.
Wir bedanken uns bei Frau Müller ganz herzlich für das Interview.