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Allergien gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Experten schätzen, dass zwischen 20 und 30 Prozent der Kinder in Industriestaaten an Allergien wie Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Neurodermitis leiden. Umso wichtiger ist es, eine frühzeitige Diagnose und zielgerichtete Therapie einzuleiten.Das Fachklinikum Borkum bietet nicht nur eine umfassende und individuelle medizinische Betreuung, sondern gibt Eltern und Kindern kompetente Beratung und praktische Hilfestellung im Umgang mit ihrer Erkrankung. Gleichzeitig entsteht eine Partnerschaft zwischen Arzt und Patient, die ebenfalls dem gemeinsamen Therapieerfolg zugute kommt.
Wenn Kati L. am Strand herumtollt und mit ihren Freundinnen Burgen aus Sand baut, vergisst sie alles um sich herum. Kaum zu glauben, dass sich die Fünfjährige noch vor wenigen Wochen allnächtlich ihre Haut blutig gekratzt hat. Kati leidet seit zwei Jahren an einer schweren Neurodermitis. Hier im Fachklinikum Borkum lernt das Mädchen, mit seinen Kratzattacken umzugehen und den quälenden Juckreiz zu kontrollieren.
Während Kati mit ihren Leidensgenossen in der großen Turnhalle des Fachklinikums auf Fantasiereise geht, nimmt Frau L. an Ernährungsberatungen teil, lässt sich vom Psychologen der Klinik beraten oder tauscht mit anderen Müttern Erfahrungen aus. Auch in der täglichen Salbenbehandlung bekommt Katis Mutter immer mehr Routine. Zunächst bedurfte es einigen Ausprobierens, bis für Kati das verträglichste Mittel gefunden wurde.
Die Krankheit besser kennen lernen
„Wir sorgen im Fachklinikum Borkum nicht nur für eine individuelle und optimale medizinische Betreuung der Kinder, sondern helfen Eltern und ihren Kindern, besser mit der Erkrankung umzugehen“, erklärt Professor Dr. Mücke, Ärztlicher Direktor des Fachklinikums Borkum. Akzeptanz bedeutet zunächst einmal Aufklärung. Denn nur wer über die eigene Krankheit oder die des Kindes Bescheid weiß, kann auch die Angst davor verlieren. Deshalb führt das Fachklinikum Borkum regelmäßig Schulungen sowohl für Kinder verschiedener Altersklassen als auch deren Eltern durch.
Hier wird ihnen vermittelt, Eigenverantwortung zu übernehmen und die chronische Erkrankung selbst zu managen. So lernen etwa Kinder mit allergischem Asthma, wie sie sich während eines Asthmaanfalls verhalten oder welche Atemtechniken zur Schleimlösung oder Hustenerleichterung dienen.
Spielend lernen mit der Erkrankung umzugehen
Gerade chronischen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Asthma liegen sehr komplexe Ursachen zu Grunde. Dabei spielen auch psychische Belastungen eine große Rolle. Umso wichtiger ist es, dass Kinder spielend lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen.
Dazu gehört neben den täglichen Anwendungen wie der Salbentherapie, dem Inhalieren oder der Atemgymnastik auch eine spannende und abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung. So laden schon die weiten Sandstrände und die unverwechselbare Dünenlandschaft auf der Nordseeinsel die kleinen Patienten zum Tollen und Spielen an der frischen Luft ein.
Eltern als Co-Therapeuten
„Wichtig ist es uns, die Eltern als Co- Therapeuten auszubilden“, sagt Professor Mücke. Denn je intensiver die Eltern mitarbeiten, desto größer sind die Chancen für eine erfolgreiche Therapie. So gehört es zum Therapiekonzept des Fachklinikums Borkum, dass Begleitpersonen von erkrankten Kindern mit in die Klinik aufgenommen werden.
Schon beim Aufnahmegespräch erweist sich die Anwesenheit eines Elternteils als unerlässlich. Denn Eltern können durch ihre eigenen Beobachtungen die Diagnose erheblich erleichtern. Ebenfalls sind die Eltern meist in der Lage zu beurteilen, welche Therapien bisher am erfolgreichsten angeschlagen haben. Und schließlich sind sie diejenigen, die Zuhause darauf achten, dass verordnete Therapien eingehalten werden, damit der Therapieerfolg auch noch nach dem Klinikaufenthalt anhält.
Allergien nehmen zu
Allergische Erkrankungen im Kindesund Jugendalter gehören zu den großen Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass die Häufigkeit bestimmter Allergien in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Über die Ursachen für die Zunahme rätseln Experten immer noch. Vermutungen gibt es indes viele: Während die einen dem steigendem Verkehrsaufkommen eine direkte Verantwortung für die höhere Allergieanfälligkeit zusprechen, sehen die anderen die Ursache in unserem veränderten Lebensstil. Die guten hygienischen Verhältnisse haben dieser Theorie zufolge in den westlichen Industriestaaten das Allergierisiko gesteigert.