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Ursache für die allergische Rhinoconjunctivitis ist eine angeborene oder erworbene Änderung der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems gegenüber körperfremden, unschädlichen Substanzen, die von diesem als Allergene erkannt werden. Den Auslösern der Erkrankung auf die Spur zu kommen, ist zwingende Voraussetzung für eine gezielte und erfolgreiche Therapie. Oftmals führt erst ein stationärer Aufenthalt zu einem lang anhaltenden Therapieerfolg. Das Fachklinik Borkum verfügt über die wichtigsten Verfahren zur umfassenden Diagnostik und Therapie der allergischen Rhinitis.
Als Basis der Diagnose aller Allergischen Erkrankungen ist vor der Einleitung spezifischer Verfahren die detaillierte und umfassende Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) notwendig. Dazu gehören Fragen nach den Beschwerden, dem Krankheitsverlauf, der örtlichen und zeitlichen Abhängigkeit, dem Vorliegen weiterer allergischer Erkrankungen in der Eigen- und Familienanamnese, bereits nachgewiesenen allergischen Reaktionen, sonstigen früheren oder bestehenden Erkrankungen, der häuslichen Umgebung, der beruflichen Tätigkeit, Ernährungsgewohnheiten und den derzeit eingenommenen Medikamenten.
Bei Verdacht auf Heuschnupfen sind insbesondere die Jahreszeiten zu ermitteln, in denen die Symptome auftreten, und mit einem so genannten Pollenflugkalender zu vergleichen.
Zu beachten sind auch so genannte Kreuzallergien auf „pollenassoziierte“ Nah- rungsmittelallergene. Diese liegen als Unverträglichkeiten auf rohes Obst (z. B. Apfel, Kirsche, Kiwi, Pfirsich) und Gemüse (z. B. Karotte, Sellerie) häufig bei Patienten mit Pollenallergien vor. Bei dem Verzehr dieser Nahrungsmittel treten dann vor allem Symptome wie Kribbeln, Schwellungen von Lippe, Zunge, Rachen sowie Magen- und Darmbeschwerden auf.
Pricktest / meist angewendetes Hauttestverfahren
Nach der Erhebung der Anamnese können dann gezielt spezifische allergologische diagnostische Maßnahmen eingesetzt werden. Der Pricktest ist ein Hauttestverfahren, das bei Soforttypallergien eingesetzt wird. Hierbei wird zumeist entweder an den Innenseiten der Unterarme oder im Bereich des oberen Rückens jeweils ein Tropfen eines auf die Haut aufgebrachten Allergenextrakts mit einer speziellen kurzen Nadel (Lanzette) oberflächlich in die Haut eingebracht.
Liegt eine Sensibilisierung vor, das heißt spezifische IgE-Antikörper auf eines oder mehrere der getesteten Allergene, kommt es zur Ausbildung einer Sofortreaktion. Diese ist gekennzeichnet durch eine spezifische Hautreaktion im Sinne von Rötung und Quaddel, die unter Berücksichtigung der Größe bzw. Ausdehnung nach 15–20 Minuten bewertet wird.
Mittels verschiedener technischer Verfahren (RAST/EAST = Radio/Enzym-Allergo-Sorbens- Test) können spezifische IgE-Antikörper auf einzelne Allergene im Blut nachgewiesen werden. Doch auch hier bedeutet der Nachweis zirkulierender Antikörper ebenso wie die positive Hauttestreaktion alleine noch nicht, dass eine Allergie vorliegt
Teilweise sind weitere Verfahren notwendig, um den Beweis zu erbringen, ob die ermittelten Antikörper eine Bedeutung für die Auslösung der angegebenen Symptome besitzen. In den so genannten Provokationstestungen werden Allergenextrakte auf die Nasenschleimhaut mit anschließender Messung des Luftflusses durch die Nasenöffnungen (Rhinomanometrie) oder auf die Augenbindehaut aufgebracht, um eine mögliche Reaktion nachzuahmen.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass nur eine präzise Anamnese mit darauf basierenden allergologischen Testverfahren den Nachweis einer relevanten Allergie als Ursache rhinoconjunctivaler Beschwerden erbringen kann. Bei chronischen nasalen Beschwerden mit zusätzlichen chronischen Erkrankungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) sind auch weitere diagnostische Verfahren notwendig, um andere Ursachen ausschließen bzw. nachweisen zu können. Dazu gehören neben einer direkten Untersuchung des nasalen Sekrets technische Methoden wie eine Sonographie, Röntgenaufnahmen und ggf. eine Computertomographie der Nasennebenhöhlen.
Dr. med. Herbert Jansen